Aiki Jiu Jitsu ist keine traditionelle Kampfkunst, kein Kampfsport,  keine reine Selbstverteidigunggsmethode und doch ein bisschen was von allem.

Keine traditionelle japanische Kampfkunst, weil wir keiner Organisation angehören und uns auf keine berufen können, die eine  Anbindung an eine traditionelle japanische Schule hätte. In diesem  Zusammenhang verweise ich auf die wahrscheinliche Geschichte des Jiu  Jitsu in Deutschland. Wer mehr zu diesem Thema wissen will, besucht am  besten die Seiten von Tom Herold und seinen Mitstreitern bei Dento Budo.

Kein Kampfsport, weil weder die Körperertüchtigung noch der  sportliche Erfolg unsere primären Ziele sind. Wir nehmen an keinen  Wettkämpfen teil, es gibt keine Gewichts-, Geschlechts- oder  Altersklassen wie im Judo, Ringen, Boxen, ...

Keine reine Selbstverteidigungsmethode, weil ein uns solches Training zu einseitig ist. Wer schnell und effizient lernen will, sich zu verteidigen, sollte viel für Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung tun und 2 - 3 einfache Kampftechniken einüben.

Doch ein bisschen traditionell sehen wir uns, weil wir Inhalte aus traditionelleren Kampfkünsten übernommen haben und diese auch versuchen, in der Praxis zu leben. Dazu gehören zum Beispiel die Etikette, der Umgang miteinander, das Üben mit Jo und Bokken, das Üben von Kata. Das Erlernte und Erfahrene (nicht die Kampftechnik) im Alltag  umzusetzen, ist das eigentliche Ziel, den Weg (Do) zu gehen. Dazu gehört beispielsweise, mit möglichst wenig Kraftaufwand, seine Ziele zu  erreichen, ohne dabei anderen zu schaden.

Doch ein bisschen Sport betreiben wir, weil in unserem Training alle Muskelpartien und Gelenke beansprucht und somit trainiert  werden. Konditionell wird das Training dann anspruchsvoller, wenn die  grundlegenden Bewegungsprinzipien und das sichere Fallen verinnerlicht  sind und die Techniken schneller und öfter wiederholt werden können.

Doch Selbstverteidigung lernen wir, weil das, was wir Üben,  immer auch in der Praxis anwendbar sein soll. Einen Angreifer zu  kontrollieren statt ihn schnellstmöglich kampfunfähig zu machen, ist  sehr viel schwieriger und braucht mehr Übung, Geduld und Erfahrung.