Hebeltechnik - kansetsu waza

Beim Hebeln greifen wir ein oder mehrere Gelenke des Gegners an.

Meinen wir es gut mit unserem Gegner, fügen wir ihm nur  Schmerzen zu, um ihn zu kontrollieren. Der Angreifer fügt sich durch  weitere Gegenwehr selbst Schmerzen zu. Da dies nur wenigen Freude  bereitet, können wir den Gegner wahlweise festlegen oder transportieren.

Die Technik muss dann so sicher sitzen, dass der Gegner nur soviel Bewegungsfreiheit hat wie wir ihm gestatten. Die Spannung auf Muskeln, Sehnen und das Gelenk darf in keiner Phase abreißen, sonst kommt unser Gegner auf dumme Gedanken.

Bei Alkoholisierten oder von Natur aus Schmerzunempfindlichen ist die Kontrolle schwierig und erfordert großen Krafteinsatz.

Um eine Hebeltechnik bei einem stärkeren oder gleich starken Gegner ausführen zu können, müssen wir ihn zuvor aus dem Gleichgewicht  bringen oder durch eine Atemi- Technik schocken.

Meinen wir es mit unserem Gegner nicht gut (weil er zu stark, nicht alleine, bewaffnet oder uneinsichtig ist), können wir das Gelenk auch ernsthaft beschädigen und ihn so kampfunfähig machen.

Auch zur Vorbereitung einer Wurftechnik oder als Wurftechnik selbst kann uns der Hebel dienen.

Beugehebel wirken durch eine Beugung des Gelenkes über den normalen Bewegungsspielraum hinaus.

Streckhebel wirken durch eine Überdehnung des Gelenks entgegen der normalen Bewegungsrichtung.

Drehhebel wirken durch Verdrehen des Gelenkes über den normalen Bewegungsspielraum hinaus oder durch Verdrehen eines  Gelenkes, das für eine Drehbewegung gar nicht vorgesehen ist.

Drehhebel sind oft kombiniert mit Beuge- oder Streckhebeln.

Durch Einklemmen, Quetschen und Ziehen können wir bei manchen Techniken das Gelenk zusätzlich immobilisieren oder schädigen.