- Der kleine feste Kreis (The small tightening circle)
Dies ist das wesentliche Prinzip des ganzen Systems. Die Jahrhunderte alten, traditionell großen, kreisförmigen Bewegungen beruhen auf Druck oder Zug der Handgelenke. Diese großen, kreisförmigen Bewegungen geben dem Angreifer eine größere Chance zu entkommen.
Die kleine kreisförmige Bewegung durch Druck und Zug gibt dem Angreifer weniger Zeit und Raum zu entkommen. Je fester und kleiner der Kreis, desto schneller die Anwendung und desto kleiner der Raum zur Flucht.
Von der Schmerzlosigkeit zum Schmerz erfordert eine winzige Bewegung
Die verstärkte Aktion auf eine kleinere Fläche bewirkt fürchterliche Schmerzen und kann durch Druck und Zug zielgenau verabreicht werden. Der Verteidiger kann den Schmerzgrad, den er beabsichtigt, genau kontrollieren.Von der Schmerzlosigkeit zum Schmerz erfordert eine winzige Bewegung des Fingers, des Handgelenks oder des Handballens. Es reicht von kontrollierter Festlegetechnik, die schmerzlos sein kann, wenn der Griff locker ist bis zu Knochenbrüchen und ausgerenkten Gelenken, wenn die Aktion stärker durchgeführt wird. Oder von der teilweisen Würgetechnik zur Bewußtlosigkeit, ganz nach Beleiben des Verteidigers.
Die Physik dieses Prinzips ist eigentlich ziemlich einfach. Die Kräfte des klassischen Ju-jitsu kommen aus einer Richtung, wohingegen die Kräfte bei diesem System aus zwei Richtungen kommen, die einen schraubenden, straffenden Kreis erzeugen.

- Umlenken, ausweichen, verschmelzen, zurückführen (Deflecting, evading, blending and re-directing)
Die Bedeutung dieses Prinzips besteht in der Vermeidung eines frontalen Zusammenstoßes. Ein Ju-jitsuka meidet die starke, auf ihn zukommende Kraft des Angriffes. Er kann ihr ausweichen, sie umlenken, mit ihr verschmelzen oder sie mittels einer Kontertechnik zurückführen. Das ist die Definition von Ju-jitsu (Jiu Jitsu, Jujutsu Ju.jitsu sind Synonyme), die mit "weiche oder sanfte Kunst" übersetzt werden.
- Beweglichkeit (Agility)
Durch die Fähigkeit, sich fließend und schnell zu bewegen kommt Beweglichkeit in zweckmäßige Bewegung. Man muss folgende Punkte beachten:
a. Achte darauf, dass deine Körpermitte das Zentrum deiner Aktionen ist.
b. Beim Drehen müssen die Kniee direkt über den Zehen und leicht gebeugt bleiben. Das Absenken deines Schwerpunktes verschafft dir größere Stabilität und Gleichgewicht beim Drehen.
c. Denke runter, was dir beim Absenken deines Schwerpunktes hilft.
- Haften bleiben (Sticking)
Das Prinzip €žHaften bleiben ist bedeutend. Sobald ein Kontakt besteht, sollte man die Berührung zu den Gliedmaßen, Kopf oder Körper nicht mehr verlieren. Das ist besonders dann wichtig, wenn man von einer Technik zur anderen übergeht. Der Intervall zwischen zwei Techniken ist die Zeit, die dem Angreifer bleibt, um zu entkommen. Haften bleiben und des Gegners Bewegungen kontrollieren sind also von größter Wichtigkeit.
- Fokussieren (Focusing)
- Energie übertragen (Energy transfer)
Der Energietransfer ist wichtig für die Kraftübertragung. Zum Beispiel beim Armstreckhebel erfolgt die Energieübertragung, indem man den Handballen auf den Ellbogen legt und die Kraft durch das Gelenk mittels einer kleinen, kreisförmigen Bewegung auf die Trizepssehne lenkt. Die zusätzliche Kraft wird durch die kürzere Distanz bei der Verabreichung erreicht.
- Ablenkung (Distraction)
Ablenkung ist besonders wertvoll, wenn man auf großen Widerstand stößt. Die enorme Angriffskraft kann durch Ablenkung verringert werden. Dies geschieht durch Angreifen der empfindlichen Punkte des Angreifers wie Augen, Kehle, Brustbein, Schienbein oder Zehen. In einem Sekundenbruchteil ergibt sich für den Verteidiger die Möglichkeit zur Flucht oder zum Gegenangriff.
- Übergangswechsel (Transitional changes)
Dieser Teil der Theorie des kleinen Kreises behandelt die Gelegenheit des Verteidigers, von einer Technik zur nächsten zu wechseln sobald es die Situation erfordert. Die Verteidigung hängt von der Art und Weise des Angriffs ab, und dafür gibt es reihenweise Techniken, wovon eine auf die spezielle Situation passt. Diese Gegentechniken nennt man Übergangswechsel. Der Fluss beim Übergang von einer Technik zur anderen wird unter Prinzip 4, dem Haften bleiben beschrieben. Wechselnder Fluss bedeutet dauerhaft anhaltende Kontrolle.
Aus: Dynamic Jujitsu, 1981, Masters Publication, Canada, übersetzt von mir.