REI            Jap.: Gruß, Höflichkeit, Dank

Inhaltliche Aspekte

Rei ist ein zentrales Element aller Budokünste.

Es ist sowohl ein äußeres Zeichen für den gegenseitigen  Respekt, Anerkennung und Wertschätzung wie auch ein Zeichen für die innere Haltung.

Rei sollte wie die Kata immer aufrichtig und ernsthaft mit Ruhe und Wachsamkeit (Zanshin) ausgeführt werden.

Rei darf nicht als sozialer Zwang, religiöses Ritual, Dienen oder Unterwürfigkeit gewertet werden. 

  • Shomen ni rei

Gruß zu Shomen (Dojo- Hauptseite).

In Japan befindet sich traditionell an Shomen ein Altar, ein Bild des Stilbegründers, eine  Fahne oder dergleichen, Symbole für etwas Übergeordnetes, etwas das höher steht als wir selbst.

Auch Sensei (Lehrer) ordnet  sich unter, erkennt seine Grenzen und bekundet, dass er noch auf dem Weg (Do) voranschreitet. Es ist ein Ausdruck des Sieges über sich selbst,  des Ablegens von Eitelkeit und Selbstüberschätzung.

Im westlichen Jiu Jitsu  verehren wir keine Götter unserer Ahnen, auch haben wir keine eindeutig erkennbaren Stilbegründer durch unser offenes System. Mit Fahnen tun wir uns in Deutschland erst recht schwer, weil schnell eine politisch orientierte Gesinnung interpretiert werden könnte.

In unserer Gesellschaft der  Individualisten sollte vielleicht jeder selbst für sich entscheiden können, was oder wem er sich unterordnet. Zum Beispiel dem Göttlichen in allem, der universellen Lebensenergie (Ki)

oder den Idealen des Bushido (Weg des Kriegers): Rechte Haltung, Tapferkeit, universale Liebe,  rechtes Verhalten, Aufrichtigkeit, Ehre, Hingabe.

  • Sensei ni rei

Gruß zum Lehrer, Trainer.

Auch hier handelt es sich nicht um ein militärisches Grüßen im Sinne einer hierarchischen Unterordnung.

Es ist Zeichen des Respekts vor den Leistungen und Mühen, die der Lehrer schon vollbracht hat und des  Dankes dafür, dass er das Erlernte mit Hingabe weiterreicht.

Sensei sollten wir als Vermittler der Budoprinzipien und Ideale sehen, als Bindeglied zwischen  Shomen und den Übenden, als der Den- Weg (Do)- Zeigenden.

  • Otagai ni rei

Gruß der Übenden zueinander.

Auch als Übende bezeugen wir uns gegenseitig Respekt und Wertschätzung, wir bedanken uns bei unseren  Partnern für das Vertrauen und die Mithilfe bei Übungen und Prüfungen.