Andre Cognard (Aikido)

Wenn ein Stier wütend auf den Boden stampft, bevor er  losstürmt, hegt er keinerlei Zweifel daran, dass der Boden von seinen Stößen aufgewirbelt wird. Und deswegen ist sein Stürmen so wunderbar, und deswegen spürt er so stark den Boden unter seinen Füßen  dahinzischen. Und jedes Mal wenn er losstürmt, bekommt er die Bestätigung, dass die Erde ihm gehorcht: man kann nicht aus dem Zweifel  oder aus dem Urteil heraus handeln.

Das Ablegen aller Objekte, die ein Image vermitteln - sei es persönlich, familiär oder gesellschaftlich - hat zugleich eine Bedeutung, die über den Sicherheitsaspekt hinausgeht, nämlich dass wir die "Erscheinung" verlassen, um zu "sein".

Peter Pawelz (Karate)

Für Einsichtige jedoch bilden technische Differenzen kein  Hindernis für die Koexistenz verschiedener Lehrmeinungen. In Japan ist  es keine Seltenheit, dass ein höherer Meister der einen Richtung gelegentlich in einem Dojo der "Konkurrenz" das Training leitet.

W.M. Anrejew (Sambo)

Die Jacke ist nach jedem Training zu trocknen und mindestens einmal innerhalb von 2 Wochen zu waschen bzw. nach 6-8 verschärften Trainingstagen.

Reiner Brauhardt (Aikido)

Langsam erkennt man, dass es nicht darauf ankommt, einen Gegner, Angreifer oder Partner unbedingt zu werfen, zu besiegen, zu  beherrschen, sondern darauf, sich selbst zu schulen, zu beherrschen, zu  besiegen.

Dr. Gunnar Siebert (Arnis)

Seid kritisch und stellt Fragen an eure Trainer, aber versucht nicht, die Disziplin zu untergraben.

Immer den Druck auf den Gegner aufrecht erhalten, kein statischer Kämpfer sein, aber auch kein "Hin- und Hergehopse", klare und präzise Aktionen und stets am Gegner dranbleiben.

Egal wie es aussieht, selbst wenn die anderen sogar lachen sollten, wichtig ist, den gewünschten Effekt zu erzielen.

Keith R. Kernspecht (Wing Tsun)

Je weniger Entscheidungen Sie im Kampf fällen müssen, desto  besser. Desto schneller können Sie reagieren. ... Die Selbstverteidigungsmethode ist die beste, die mit den wenigsten  Bewegungen den meisten Angriffssituationen begegnen kann.

Musashi Miyamoto (1584-1645)

In dieser Welt macht man die Künste zu einer verkäuflichen Ware, ist man bereit, die eigene Person zu verkaufen; ... Man trennt Blüte und Frucht und liebt nicht so sehr die Frucht als vielmehr die  Blüte. Insbesondere schmückt man einen solchen Schwertweg mit einem Übermaß an Farben, lässt Blumen an ihm erblühen, protzt mit wer weiß was für Technik, mit diesem, mit jenem Dojo, mit diesem Weg, den man lehrt, mit jenem Weg, den man erlernt, und hat doch nichts als Vorteil und Gewinn im Sinn.

Das hier Niedergeschriebene nur mit den Augen zu betrachten, verhilft noch nicht zum Weg der Kampfkunst; man muss es sich aneignen, um es zu begreifen, muss es, nicht in Nachäfferei von Halbverstandenem, mit der ganzen Kraft seines Herzens gleichsam für sich entdecken, um es  dann für immer zu besitzen.

Auch im Kampf von Mann zu Mann, wenn der andere weniger  erfahren oder aus dem Rhythmus geraten ist und zurückzuweichen beginnt, darf man ihm keine Atempause gönnen, sondern muss ihn stracks zerschmettern, noch ehe er einen anzublicken wagt. Vor allem verhindere  man, dass er sich aufrichtet.

Man greife an als Meer, wenn der Gegner den Berg erwartet, und erwartet er das Meer, sei man ihm der Berg.

Dr. Wolfgang Weinmann (Judo)

( Zur Würgetechnik:) Will jemand beim Judo jegliche Verletzungsgefahr ausschließen, müsste er eher die Hebeltechnik und am besten auch gleich die gesamte Wurftechnik verbieten.

Beim Ertragen von Würgegriffen braucht man nicht allzu ängstlich zu sein, schlimmstenfalls wird man für einige Sekunden bewusstlos, meist gibt es nur ein paar Striemen bzw. Flecke am Hals, die schnell wieder verschwinden. (Man sollte aber nicht vergessen,  nahestehende weibliche Personen rechtzeitig über deren Herkunft aufzuklären!)

Shi Ming (Tai Chi)

Ein Drittel lernt der Schüler direkt vom Meister. ... Das  zweite Drittel muss sich der Schüler durch Abschauen ("Stehlen mit den  Augen") aneignen. Wo und wie er das anstellt und ob er Erfolg hat, bleibt seinem Spürsinn, seiner Aufmerksamkeit und seiner Hartnäckigkeit  überlassen. Den Rest gewinnt er in Muße und Kontemplation, durch  Assoziation und Überlegung: Beobachtungen in der Tierwelt, medizinische Kenntnisse, physikalische Experimente, ...

Vom technischen und taktischen Standpunkt aus ist die  Vorstellung, dass man den andern die ersten Schläge tun lassen soll, wie immer man es auch erklären möchte, völliger Unsinn. Selbsterhaltung,  Schutz vor Verletzungen und die Überwindung des Gegners sind elementare Prinzipien aller Kampfkünste. Selbst wenn man dem Gegner die erste  Bewegung erlaubt, um seine Stärken und Schwächen herauszufinden und dann seinen Angriff zu stoppen und den Sieg zu erringen, geschieht das  gewiss nicht aus "Respekt" heraus.

Kudo Kazuzo/ Dr. Klaus J. Schulze (Judo)

Kudo spricht in seinen Büchern den oft zitierten und so selten verstandenen Geist des Judo an. Diesen Geist erwirbt man nicht durch  ein leider oft gekünstelte Verbeugung vor und nach einem Kampf, sondern  durch Üben, und zwar Üben mit Überlegung, nicht nur nach Angaben von  Lehrern oder Büchern, also nach vorgeschriebenen Rezepten. Erst wenn ein Judoka in der Lage ist, sich selbst weiter zu entwickeln, Techniken für sich zuzuschneiden, andere zu verbessern, wächst in ihm das  Gefühl körperlicher und geistiger Überlegenheit. Wenn dieses Gefühl über das Stadium der Überlegenheit hinausgelangt, wird Sicherheit, Freude an der Bewegung und Würde daraus. Dann ist für den Europäer der erste  Schritt zur Erkenntnis, zum Geist des Judo getan.

Du solltest stets das Gefühl haben, deinen Kopf nicht zu sehr mit Schultern, sondern mehr mit Hüfte zu tragen.

Als oberster Grundsatz für die Verteidigung gilt: Behalte  immer die Oberhand, bewege dich gerade im Angriff stets korrekt, so dass du deine Techniken ansetzen kannst. Behandle Angriff und Verteidigung  nicht als zwei verschiedene Dinge. Jeder Angriff ist eine Verteidigung, und eine Verteidigung muss ein Angriff sein.

Zoran Rebac (Thai-Boxen)

Die echte "innere Energie" kann man sich durch kein Buch aneignen. Jeder muss sie selbst in sich ausfindig machen. "Innere  Energie" erwirbt man durch anstrengendes Training. Sie offenbart sich als Fähigkeit, in besonders kritischen Momenten zusätzliche  Anstrengungen aushalten zu können, in schwierigen Situationen den Mut nicht zu verlieren und immer gesammelt und konzentriert zu sein, indem  wir unser gesamtes Leistungspotential und alle unsere Fähigkeiten nutzen.

Nie einen Gegner unterschätzen. Das Gefühl der Überlegenheit darf nicht die Oberhand gewinnen. Jeder Gegner ist gefährlich, wobei man aber dessen eingedenk sein soll, dass auch jeder, ungeachtet seines Rufs, besiegt werden kann.

Rolf Brand (Aikido)

Wenn du einen guten Lehrer willst, dann wähle keinen bequemen.

Wer sich selbst zum Maß aller Dinge macht, wird zum Narzissten ohne geistige Ausstrahlung und kann seine objektive "Mitte" nicht finden. Bindungslosigkeit ist daher kein Kriterium der persönlichen Freiheit, sondern der Anfang vom Ende.

Jeder muss seinen Weg (Do) selbst gehen. Erwarte nicht, dass andere dich tragen. Nimm regelmäßig am Training teil und sei pünktlich.

Eine kleine Tat ist besser als ein großes Wort, also rede nicht sondern handle.

Bruce Lee (Jeet Kune Do)

Um die Techniken zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass sie aus einer Vielzahl schnell aufeinander folgender Bewegungen  bestehen. besonders zu Beginn mag einem das schwierig erscheinen. das  liegt daran, dass eine gute Technik aus einer Menge sich blitzschnell verändernder Stellungen besteht. Dieses System von Wirkung und  Gegenwirkung kann ebenso gegensätzlich sein wie Gott und Teufel. Wer hat in einem Moment die Oberhand? Wechselt das blitzschnell? Die Chinesen  glauben es. Eins zu sein mit dem Wesen der Kampfkünste bedeutet  umfassendes Verständnis und die Möglichkeit, einen eigenen freien Stil  zu entfalten.

Das Bewusstsein des eigenen Ichs ist das größte Hindernis in der Ausübung aller körperlicher Aktionen.

Der Sinn des Jeet Kune Do liegt nicht darin, jemanden zu verletzen sondern es stellt einen der Wege dar, durch die uns das Leben  seine Geheimnisse enthüllt. Wir können nur dann andere durchschauen,  wenn wir uns selbst durchschauen können und Jeet Kune Do ist ein Schritt zur eigenen Selbsterkenntnis.

George Orwell

Ernsthafter Sport hat nichts mit Fair play zu tun. Er ist fest verbunden mit Hass, Eifersucht, Prahlerei, dem Ignorieren aller Regeln  und dem sadistischen Vergnügen, Zeuge von Gewalt zu sein. Mit anderen  Worten ist er Krieg ohne das Schießen.

Gaku Homma (Aikido)

Wir Menschen wurden alle von der Natur aufgezogen, um zu werden, was wir sind. Es ist nicht Sinn der Kampfkünste, dass die Leute  die uns gegebenen Fähigkeiten und Kräfte nutzen, um sich miteinander zu  vergleichen oder zu kämpfen. Es handelt sich nicht nur um eine Lehre, die einer nach Antworten suchenden Person erlaubt, einen kämpfenden Geist zu entwickeln, und einen auf das Kämpfen mit seinen Fäusten  vorbereitet. Ich glaube, dass es das ursprüngliche Erziehungsideal der  Kampfkünste ist, wie man Anteil nimmt, versteht, hilft, vertraut, vergibt und voneinander lernt.

Thomas Preston (Kendo)

Ich kann hier leider nicht das ganze Buch "Samurai- Geist" zitieren. Gibt's beim Werner Kristkeitz- Verlag.

Sun Tzu

Waffen sind unheilvolle Geräte und nicht das Werkzeug eines  Erleuchteten. Wenn keine andere Wahl bleibt, als sie zu benützen, ist es am besten, ruhig und frei von aller Begierde zu sein und den Sieg nicht zu feiern. Jene, die den Sieg zelebrieren, sind blutdürstig,  und für  Blutdürstige gibt es keinen Platz in der Welt. Aus Die Kunst des Krieges

Yamamoto Kansuke (Chefstratege unter Shogun Takeda, 1493-1561)

Heutzutage rühmen sich manche Schulen ihrer Stile, können sich jedoch auf keinerlei überlieferte Quellen berufen....Einer, der lediglich die Schwertkunst (kenjutsu) beherrschte, nannte sich selbst  Meister der Strategie und begründete dann seinen eigenen Stil (ryu).  Dann versammelte er Schüler um sich, nur um sich an ihnen zu  bereichern..... Da der Wandel ein wichtiger Teil der Strategie ist,  haben festgefahrene Methoden, einen Sieg zu erringen, keinen Nutzen.  wahre Strategien kennen viele Methoden zu gewinnen. (Anm. von mir: diese Diskussionen findet man heute noch in vielen Internetforen).

... Menschen, die den Zweck der Lehren ihrer Meister  verstehen, selbst aber nicht viele Ideen haben und nicht ausgiebig Üben, werden heiho sha genannt. Sie werden selbst zu Lehrern ...

Das ganze Jahr über gibt es Aberglauben. In der Strategie gilt jedoch: Lass deinen Gegner unter den Einfluss von Aberglauben geraten,  nicht dich selbst. Sind die Vorzeichen eines Tages ungünstig, so sind  sie es für euch beide€ - Lass dich nicht von solchen Gedanken  einwickeln. Richte deinen Geist vielmehr auf ausdauernde Übung. Selbst wenn Leute behaupten, jemand sei begabt in der Strategie und in den  Kampfkünsten, wird dieser Mensch seine Richtung verlieren, sobald er von Aberglauben beeinflusst wird. ...

Ein Mensch ohne Weitsicht ist wie einer, der in einem Raum mit vier Mauern eingesperrt ist. Wenn du hingegen das Leben verstehst, dann gleichst du einem Menschen auf dem Feld, der in jede Richtung seiner  Wahl gehen kann. Es gibt die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft; doch lass deinen Geist nicht an einem Zeitpunkt haften. Die  Zeit ist andauernde Gegenwart, nutze also jeden Augenblick. Selbst die  Himmelsrichtungen eines Kompasses wurden vom Menschen erfunden, deshalb ist es auch in Ordnung, sie neu zu erfinden. Startegie ist etwas, das  man mit schöpferischem Geist entwickeln sollte.

Aus Okugisho, Die Kunst der hohen Strategie, Piper- Verlag

You do not move off line to avoid a blade - you move off line to achieve entry to the enemy.

Hunter Armstrong